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Musica Femina

Eine Ausstellung von Irene Suchy und Clarrisse Maylunas

 

Von 4. Juli bis 2. September ist der Sommer in der Schönbrunner Orangerie dem Musikschaffen von Frauen gewidmet. 2018, wohl eines der geschichtsträchtigsten Jubiläums- und Gedenkjahre in Österreich, erschien Irene Suchy und Clarisse Maylunas als Aufforderung, die Bedeutung von Komponistinnen darzustellen.

Musica Femina ist hier zu Lande die erste interaktive und inszenierte Themenausstellung zum Musikschaffen von Frauen. In der Pflanzenorangerie des Schloss Schönbrunn, einem der prägendsten Musikzentren der abendländischen Geschichte, laden Raum- und Klanginstallationen zu einer Reise durch die Zeit und ihre Kreativität ein, ein faszinierender Bogen von Hildegard von Bingen bis Madonna und live erlebbares gegenwärtiges Schaffen. Diese basieren auf der aktuellen weitreichenden musikologischen Forschung zur Frauenmusikgeschichte.

 

Eine Reise durch die Epochen

 

Die Zeitreise beginnt beim Betreten der Ausstellung eines Raumes, der ausgefüllt wird von einem Baum, dessen Geäst anstatt seiner Blätter eine Vielzahl von Komponistinnenhänden beherbergt und somit gleich zu Beginn die umfangreiche und bis heute weit verzweigte Schaffenskraft der Vertreterinnen ihrer Kunst symbolisiert.

Ein 100m langer Gang unterstreicht in Form einer Notenzeile, auf der die Repräsentantinnen in Form von Noten dargestellt werden, die Stationen femininen Schaffens im Lauf der Geschichte.

 

Von Sappho bis Madonna

 

Beginnend bei Vertreterinnen aus der klassischen Antike, wo schon Sappho und Kessia das Musikleben mitprägten, wird man kniiend eingeladen, die erste historische Station zu besuchen. Man befindet sich zuerst im Mittelalter, also im klösterlichen Umfeld, wo etwa Hildegard von Bingen oder später auch Chiacha Margarita Cozzolani und Isabella Leonarda wirkten. Der folgende Raum, der von der historischen Zeile zugängig ist, wird dem höfischen Komponieren gewidmet, als sich Frauen erstmals auch außerhalb der Klostermauern, allerdings ausschließlich bei Hofe, ihrer Kunst widmen konnten. Repräsentantinnen dieser Epoche waren etwa Francesca Caccini, Amalia von Preußen Sachsen Weimar, Wilhelmine von Bayreuth und Helene Liebman.

Im 19. Jhdt. hielten Komponistinnen Einzug in die großbürgerlichen Salons, da ihnen damals noch öffentliche Aufführungen versagt geblieben waren, die sich aber als wichtige Plattform für Komponistinnen, Interpretinnen und deren Förderer darstellte. Liegend auf Chaiselongues begegnet das Publikum Fanny Hensel, Clara Schuman, Louise Adolpha Le Beau oder Amanda Röntgen-Maier.

Im Raum der Klangskulpturen finden sich überlebensgroße metallene symbolisierte Frauen, die als Soundduschen Eindrücke der verschiedensten musikalischen Genres geben.

Der Raum der zertretenen Noten gedenkt der verfemten Künstlerinnen, also derer, denen es nicht nur untersagt war, während der Zeit des NS-Regimes ihre Kunst auszuüben, sondern die zumeist vertrieben, verschleppt oder ermordet wurden. In diesem abgedunkelten Raum erinnern fünf Silhouetten, an dessen Ende die Besucher über die Betroffenen informiert werden. Dazu gehören u.a. junge Vertriebene, die ihre Chance nützten wie Ruth Schonthal oder Ursula Mamlok, die Mäzenin Lilly Lieser und, last but not least, die prominente Verlegerin Yella Hertzka.

 

Neue Medien seit dem 20. Jahrhundert

 

Spätestens im Rahmen von Filmmusikkompositionen haben Frauen das Feld erobert. Hollywood erfreut sich ihrer ebenso wir die heimische Filmszene, und daher gibt dieser Raum, in seiner Gestaltung einem Kinosaal nachempfunden, durch umfangreiche Beispiele weiblichen Musikschaffens eindrucksvolle Einblicke und wird für manche Überraschung sorgen: Rachel Portman oder Tricky Women. Schließlich ist der in der Abfolge letzte Raum der Musik der Gegenwart gewidmet. Hier werden zeitgenössische Komponistinnen aus Österreich und Europa präsentiert. Eine Vielzahl an Stationen, die zum Verweilen und Hören einladen, lassen erahnen, wie umfangreich sie sich darstellt und eine gute Gelegenheit, sich einen repräsentativen Überblick zu verschaffen. Mit ihren Vertreterinnen und zahlreichen heimischen Institutionen: das Orgelforum und der steirische Tonkünstlerbund, die Wiener Symphoniker und das Klangforum, phonofemme und Heroines of Sound, die mdw und die KUG, die Maria Anna Mozart Gesellschaft und die Stiegenhausmusik, das mica und wien modern, Wolfgang Seierl, der ÖKB oder fraufeld.

Dieser Raum wird überdies auch für Aufführungen im Rahmen der Ausstellung genutzt und bietet bis zu 200 Personen Gelegenheit, daran teilzunehmen.

 

Zum 100-Jährigen Jubiläum des Jahres 1918, der Erlangung des Frauenwahlrechts und der Feier des Friedens, erreicht auch durch die großen pazifistischen Bemühungen der Frauen, ist Schönbrunn ein guter Ort, Licht auf das Musikschaffen der Frauen zu werfen.

 

 

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